Kinder des Olymp

Kinder des Olymp

DIE KINDER DES OLYMP

Freilichttheater nach dem Filmklassiker „Les enfants du paradis“
von Jacques Prévert & Marcel Carné

REGIE: Peter Kratz                KOSTÜME: Claudia Flasche             BÜHNE: Enno Craiss
MIT: Anja Barth, Andreas Klaue, Bernhard Linke, Anna Christina Einbock, Anja Taschenberg

Wiederaufnahme: Mi., 26. Juni 2013
Vorstellungen: 26. Juni bis 7. Juli 2013 (siehe Spielplan)
Achtung: nur wenige Vorstellungen!

Foto: Kinder des Olymp (Frederik/A. Klaue, Nathalie/A. Barth)

Foto: Kinder des Olymp (Frederik/A. Klaue, Nathalie/A. Barth)

Als Stoff für die Bühne bietet sich „Kinder des Olymp“ vor allem deshalb an, weil es unter den „Olympischen“ mit geradezu Shakespeare- scher Direktheit zur Sache geht: Sofort sind die große Liebe, das ganze Leben, alles Jauchzen und Leiden der Existenz im Spiel, Frauen und Männer, heißes Verlangen, Hoffen und Bangen, tragische Ausweglosigkeit. Dennoch gab es bisher in Deutschland nur eine wichtige Inszenierung des legendären Filmstoffs, am Thalia Theater Hamburg vor mehr als zehn Jahren. Durch Zufall besuchte ein Hauptdarsteller dieser Hamburger Produktion unsere Aufführung 2012 und lobte Ästhetik und Dichte sowie das sehr hohe schauspielerische Niveau. Presse und Publikum feierten „Die Kinder des Olymp“.

Frankreich 1943. Zwei Jahre Arbeit braucht Marcel Carné in den schwierigen Zeiten der deutschen Besatzung, bis „Les enfants du paradis“ fertiggestellt ist. Verschwenderisch ausgestattet und mit legendären Darstellern unter aberwitzigen Bedingungen gedreht, war sein Opus für den Olymp der Filmgeschichte bestimmt. Drehbuchautor Jacques Prévert zählt zu den bedeutendsten französischen Dichtern des 20. Jahrhunderts. Seine poetische Meisterschaft spiegelt sich den Filmdialogen ebenso wie in seinem fast zeitgleich entstandenen, berühmtesten Gedichtband „Paroles“. Der Film „Les enfants du paradis“ markiert für den Autor Prévert wie für den Regisseur Carné einen kreativen Gipfelpunkt – optisch wie sprachlich opulent, dicht und dichterisch, spielerisch leicht und ergreifend zugleich.

Die Bühnenfassung orientiert sich eng an den Originaldialogen von Prévert. Ganz im Geist des Cluss-Gartens ideenreich aufpoliert, lebt „Kinder des Olymp“ mehr denn je vom Spiel mit Worten und ohne Worte, schöpft aus verblüffenden Spiegelungen und aus der nie versiegenden Spannungsquelle der Geschlechterrollen. Die kommen wie immer zeitgemäß zum Tragen: Die Welt ist eine Bühne, das Leben ist Theater!

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Foto: Kinder des Olymp (Schattenspiel)

Inhalt:
Aber nun endlich direkt zu Schicksal, Amour, Passion, Poésie! – Mesdames et Messieurs, voilà: Der Vorhang hat sich kaum geöffnet, da bemühen sich schon mehrere Verehrer um die strahlend schöne Garance, jeder von ihnen auf seine Weise. Frédéric, ein aufstrebender Schauspieler, setzt auf Charme. Seine gewandte Erscheinung, sein Talent verschaffen ihm Vorteile, nur leider: Es ist offenkundig, wie professionell Frédéric seine Fähigkeiten an allen Frauen erprobt. Nebenbei amüsiert sich Garance mit dem hoch intelligenten Schriftsteller Lacenaire. Doch wer wie Lacenaire dunkle Ziele verfolgt, taugt nicht zum Zeitvertreib. Die Liebe der Schönen gilt vielmehr dem genialen, träumerischen Pantomimen Baptiste. Ausgerechnet der wiederum liegt ihr nicht so bedingungslos zu Füßen wie alle anderen. Als wäre das nicht genug, gibt es noch ein mysteriöses Wesen von Adel, das mit Geld auftrumpft und Ansprüche stellt. Dann ist Garance für einige Jahre verschwunden – um bei ihrer Rückkehr sofort wieder alle in den Strudel der Gefühle zu reißen …